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"Natürlich sollte die Dichterin von Liebesgeschichten auch selbst eine große, verbotene Liebe erleben."
Mitte des 12. Jahrhunderts, nahe Paris:
Die junge Marie wächst in einfachen Verhältnissen bei einem ehemaligen Gaukler auf. Von ihren Eltern und ihrer Herkunft weiß sie fast nichts. Erst als ihr trinkfreudiger Ziehvater tödlich verunglückt, erhält sie die Nachricht, sie sei die illegitime Tochter von Geoffrey VI, dem Bruder des englischen Königs Henri II, und wird nach England an den Hof gebracht.
Es fällt ihr schwer, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und sie fühlt sich einsam. Allein die Freundschaft mit einer jungen Bediensteten und ein kurzes Gespräch mit einem schwärmerischen, halbwüchsigen Sänger, der ihr ewige Liebe schwört, heitern sie ein wenig auf.
Schließlich wird Marie von ihrem königlichen Onkel zur Heirat mit einem walisischen Fürsten gezwungen. Die Ehe steht von vornherein unter keinem guten Stern und als ihr schwer kranker, verbitterter Ehemann ihr das Leben zunehmend unerträglich macht, flüchtet Marie sich in Träumereien über heimliche Liebesbeziehungen zwischen unglücklich verheirateten Damen und tapferen Rittern, die sie schließlich aufzuschreiben beginnt.
Durch eine dieser Geschichten wird Eleonore von Aquitanien auf ihr Talent aufmerksam. Marie entkommt ihrer Ehehölle, wird zur Lieblingsdichterin der Königin und begleitet Eleonore schließlich an den Hof von Poitiers. Sie zieht Bewunderung, aber auch Neid auf sich, und gerät in ein Netz von Machtkämpfen und Intrigen.
Schließlich begegnet ihr auch im wahren Leben die Liebe. Während ihre königlichen Verwandten sich untereinander zu bekriegen beginnen, muss Marie um ihr Glück kämpfen.
Tereza Vanek über die Entstehungsgeschichte ihres aktuellen Romans Die Dichterin von Aquitanien:
Ich las während meines Romanistik-Studiums die Lais der Marie de France. Es überraschte und beeindruckte mich, dass eine Dichterin des 12. Jahrhunderts unglückliche verheiratete und daher untreue Frauen so verständnisvoll beschrieben hatte und zudem zu Lebzeiten mit diesen Geschichten sehr erfolgreich gewesen war.
So erwog ich Jahre später, Marie de France einen Roman zu widmen. Ich stellte bald fest, dass man fast nichts von ihrem Leben weiß, doch wird vermutet, dass sie am Hof Eleonore von Aquitaniens gelebt haben könnte.
Da mich diese Herrscherin schon lange fasziniert hatte, war damit die endgültige Entscheidung gefallen. Ich beschloss, eine Biographie der Marie de France zu erfinden und sie mit der aquitanischen Herzogin in Verbindung zu bringen. Natürlich sollte die Dichterin von Liebesgeschichten auch selbst eine große, verbotene Liebe erleben.
Tereza Vanek wurde 1966 in Prag geboren und kam mit ihren Eltern als kleines Kind nach München. Sie studierte Anglistik, Romanistik und Slawistik und promivierte über die Darstellung verbrecherischer Frauen im englischen Drama des 17. Jahrhunderts. Bevor sich 2007 mit dem Debütroman "Schwarze Seide" für sie der Traum von der Schriftstellerei erfüllte, hatte sie als Fremdsprachenlehrerin, Übersetzerin, Call Center Agentin und Teamassistentin gearbeitet und nebenher im Internet nostalgische Kleidung verkauft.
Mit ihrem Lebensgefährten, fünf Papageien und drei Katzen lebt sie in München.
Die Dichterin von Aquitanien
Tereza Vanek
Goldmann Verlag (2010)
704 Seiten
ISBN 978-3442472260
„Mein Prinzip ist es, die Gegenden, über die ich schreibe, auch gesehen zu haben. Denn man kann nur über das glaubhaft schreiben, was man kennt.“
Ilka Stitz, geboren 1960, ist studierte Archäologin, ihre Zeit ist die Antike. Schon während des Studiums begeisterte sie sich für die Technik des Altertums, speziell auch für den antiken Bergbau, der in ihrem aktuellen Buch eine große Rolle spielt. Ein Praktikum unter Tage verschaffte ihr im wahrsten Sinne tiefschürfende Eindrücke, die dazu beitrugen, ihren Protagonisten Felix, einen Bergbaucurator, mit Leben zu füllen.
Aber auch in den historischen Kriminalromanen, die sie gemeinsam mit Autorenkollegin Karola Hagemann unter dem Namen Malachy Hyde bzw. Hagemann & Stitz entwickelte, floss ihr umfangreiches Grundwissen mit ein. Spezialthemen erarbeitet sie sich mit intensiver Recherche.
„Bei der Germanien-Reihe, die ich mit Karola Hagemann zusammen geschrieben habe, war es beispielsweise bei dem Roman ‚Das Geheimnis des Mithras-Tempels’ das Militär, beim Folgeband dann Fernhandel und Geheimdienste“, so die Autorin, die nun mit „Wer Fortuna trotzt“ ihren ersten historischen Roman im Alleingang vorlegte. „Die Arbeit der Recherche ist immer die spannendste. Hier zeigt sich schon, welche Richtung ein Roman einschlägt, auch wenn später beim Schreiben vom geplanten Weg immer wieder unvorhergesehene Pfade abzweigen, von denen zwar viele ins Nichts führen, manch einer aber in spannende, überraschende Gegenden, die die Handlung wunderbar vorantreiben und bereichern.“
Ilka Stitz arbeitet derzeit als freie Journalistin und Autorin historischer Romane und Kurzgeschichten.
Aktuelle Veröffentlichung: Wer Fortuna trotzt, Grafit-Verlag, ISBN 978-3894256128
Weitere Informationen über Ilka Stitz im unter: www.ilkastitz.de
Im April 2010 organisierte der Autorenkreis Quo Vadis Historischer Roman insgesamt sieben Benefizlesungen zugunsten der beschädigten Archivalien des eingestürzten Kölner Stadtarchivs. Jetzt präsentiert Quo Vadis stolz das Ergebnis dieser Aktion: 1550,- Euro kamen bei den Lesungen in ganz Deutschland zusammen. Diese Summe fließt in die Übernahme einer ganz besonderen Patenschaft, die Quo Vadis für die Restaurierung zweier beschädigter Archivalien aus dem Kölner Stadtarchiv eingegangen ist.
Urkunde 310 (RKG) H 105/1
Diese Pergamenturkunde stammt aus dem Jahre 1532. Es prozessieren die Eheleute Andreas und Agnes im Hove gegen Reichart Hermann. Diese Urkunde führte Agnes im Hove 1532 als Beweismittel dafür an, nicht für die Schulden ihres Ehemannes haften zu müssen.
Quo Vadis übernimmt die Patenschaft für diese Urkunde. Dadurch ist es möglich folgende Maßnahmen durchzuführen:
- Trockenreinigung der Urkunde
- Abnahme des Klebebandes
- Rissschließung
- Glätten des Pergaments
- Montierung der Urkunde auf einem Träger
Quo Vadis übernimmt die Restaurierungskosten in Höhe von 535,50 €
Unser Patenkind Nr. 2:
Urkunde 7020 (W*) 16
Die Handschrift aus dem 15. Jh. stammt aus der Abtei St. Michael in Hildesheim. Das Bündel umfasst 9 lateinische Schriften, die der besinnlichen Lektüre im Kloster dienten.
Bei dieser Handschrift handelt es sich um eine Sammelpatenschaft, denn die Höhe der zu erwartenden Restaurierungskosten beläuft sich auf ca. 5196,73 €. Der Autorenkreis Quo Vadis unterstützt die Maßnahmen mit einem Betrag von 1015,50 €. Wir hoffen, dass sich bald genügend Spender einfinden, damit zügig mit der Restaurierung begonnen werden kann.
Quo Vadis beteiligt sich mit 1015,50 € an den Restaurierungskosten.
Vielen Engagierten ist der Erfolg der Aktion zu verdanken:
Nach vielen Jahren des Lesungen- und Vorträge-Haltens habe ich mal meine Erfahrungen zusammengefasst; vielleicht sind sie ja für den einen oder anderen von Interesse!
Als ich 1997 meine erste Lesung hielt, hatte ich mich nur wenig darauf vorbereitet. Durch ein paar kleine Tricks gelang es mir, die Sache ganz gut über die Bühne zu bringen. Seither habe ich viele hundert Lesungen durchgeführt, vor allen Schularten und Altersgruppen, in Bibliotheken und Buchhandlungen, vor gespanntem, lethargischem und quirligem Publikum. Ausgelernt habe ich noch lange nicht ... Ganz egal, wie viele ich noch halten werde: Jene erste Lesung damals werde ich gewiß nie vergessen, denn es war immerhin das erste Mal. Und allein wegen dieser Erinnerung sollte das erste Mal nicht völlig danebengehen.
Wir gratulieren unserem Mitglied Lena Falkenhagen! Ihr historischer Roman Die Lichtermagd erhielt die "DeLiA 2010". Verliehen wurde der Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Vorjahres in Linz/Österreich am 31. Mai 2010.
Siegerin Lena Falkenhagen mit der Statue „DeLiA-2010“.
Gastgeber GD Dr. Albert Wagner (links) von der VKB Bank . Organisatorin der DeLiA-Liebesromantage und Moderatorin des Abends Sophia Farago (rechts). Foto/Quelle: www.delia-online.de
Begründung der Jury (Iny Lorentz, Brigitta D‘Orazio und Petra Schier) "In ihrem Roman Die Lichtermagd breitet Lena Falkenhagen ein grandioses Panorama mittelalterlichen Lebens vor den Leserinnen und Lesern aus. Hass und Gier, aber auch Liebe und Hoffnung werden anhand des Schicksals Luzindes in meisterlicher Weise beschrieben. Es ist eine Geschichte, die von Anfang an fesselt und keinerlei Langeweile kennt. Besonders beeindruckend ist dabei auch die Sprachgewalt der Autorin, mit der sie den einzelnen Gruppierungen in diesem Roman einen einzigartigen Ausdruck gibt. Ein faszinierendes Frauenschicksal aus dem mittelalterlichen Nürnberg."
Quelle: www.delia-online.de
Was begeistert heutzutage an einer Zeit, die mehr als zweitausend Jahre zurückliegt? „Für mich liegt die Faszination darin, dass die Antike uns in vieler Hinsicht so nah ist wie kaum eine andere Epoche”, erklärt Ilka Stitz ihre Vorliebe.
Und spannend ist diese Zeit allemal, wie die Autorin in „Wer Fortuna trotzt“ beweist. Nicht nur, weil es in dem Roman um Mord und Intrigen geht, sondern auch um Themen, die in historischen Romanen sonst nicht oft begegnen, Bergbau zum Beispiel.
Felix, der Held von Ilka Stitz, ist Bergwerkscurator im Auftrag des Kaisers. Und kaum hat er sein Amt in der Nähe von Mainz angetreten, steht er unter Mordverdacht. Seine bislang so sichere Welt gerät aus den Fugen. Nur in Köln kann er seine Unschuld beweisen, aber die Flucht durch Pfalz und Eifel wird zu einem gefährlichen Abenteuer. Denn in Köln lebt auch sein Bruder Victor. Und der hat gewichtige Gründe, warum Felix die Stadt unter keinen Umständen erreichen darf ...
„Wer Fortuna trotzt“ ist ein packender Krimi, der beste Unterhaltung garantiert.
Premierenlesung am 17. Juni 2010
Uhrzeit: 18.30 Uhr
Eintritt: 6 Euro Museumseintritt
Ort: Römisch-Germanisches Museum
Moderation: Gisbert Haefs
Weitere Informationen, Lesungstermine und eine Leseprobe unter www.ilkastitz.de
Im norditalienischen Alpenstädtchen Santa Maria Maggiore feiern sie einmal im Jahr ein ausgelassenes Fest, die Schornsteinfeger der ganzen Welt. Bis tief in die Nacht hinein wird gelacht und getanzt. Das war nicht immer so: Fünfhundert Jahre lang sind die Männer des Tals auf der Suche nach Arbeit von hier ausgewandert, die meisten zum Kaminkehren in die Städte. Viele von ihnen hat es mit der Zeit nach Norden verschlagen, auch ins Rheinland, wo das Putzen von Schornsteinen bis zum späten 18. Jahrhundert noch lange nicht die Regel war und Brände an der Tagesordnung. Einsichtig geworden, bestallten Städte und Gemeinden die Fremden zu Bezirksschornsteinfegermeistern und ebneten ihnen damit nicht zuletzt die Integration in die einheimische Gesellschaft. Daneben kamen aber auch Händler, Stukkateure, Maurer und andere Handwerker und brachten eine neue Kultur mit nach Deutschland. Schon damals hieß es: „Wir gehen zum Italiener“ - aber nicht um wie heute Pizza, Pasta oder Salat zu essen, sondern um die begehrten Südfrüchte und andere fremde - welsche - Delikatessen zu kaufen.
SWR 2 Rheinland-Pfalz-Schiene
Samstag, 08.05.2010
Radiofeature (60 min. ) über die norditalienische Einwanderung in Rheinland, hauptsächlich im 18. Jahrhundert -
Alessa Schmelzer: Wie muss man sich die Arbeit eines SWS-Preis Organisators vorstellen?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Die Arbeit bestand primär vor allem in der Gewinnung der Jurymitglieder, danach in Koordination der Aktivitäten und der Beantwortung von Fragen. Die Büchereinsendungen, die Jury-Rückmeldungen und auch die Preisverleihung selber binden viele aktive Menschen ein.
Alessa Schmelzer: Die Arbeit erfolgt ehrenamtlich, d.h. Ihr erledigt sie nebenher, sozusagen in Eurer Freizeit, wenn andere sich gemütlich auf dem Sofa ausstrecken. Was hat Euch dennoch bewogen diese Aufgabe zu übernehmen?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Ein Verein lebt nur, wenn seine Mitglieder aktiv sind. Jeder sollte einmal etwas für den Verein tun. Den Preis zu organisieren ist auch eine spannende Aufgabe – mit einem Wermutstropfen: Man kann seine eigenen Bücher nicht einreichen.
Alessa Schmelzer: Die Ausschreibung endet erst am 31. Mai 2010. Wie viele Bücher sind bislang eingereicht worden?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Aktuell sind es über 80 Einsendungen.
Alessa Schmelzer:Beteiligen sich überwiegend Quo Vadis-Autorinnen und -Autoren?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Da Quo Vadis inzwischen über 100 erfolgreiche deutschsprachige Autoren umfasst, hoffen wir natürlich auf eine starke Resonanz aus unserem Mitgliederkreis. Aber die Bewerbung steht selbstverständlich jedem Autor frei, dessen Werk die Ausschreibebedingungen erfüllt.
Alessa Schmelzer:Wer schickt die Romane?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Überwiegend schicken Verlage die Bücher. Immerhin benötigen wir insgesamt 4 Exemplare für die 4 Jurymitglieder.
Alessa Schmelzer:Wer besetzt 2010 die SWS-Preis Jury?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr Christine Kerler, Journalistin und Autorin, Rita Kohn Dell‘Agnese, Journalistin und Redakteurin der Histo-Couch, Andreas Malessa, Hörfunk- und Fernsehjournalist, Buchautor und Theologe und Professor Dr. Wolfgang Wiesmüller, Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck als Jurymitglieder gewinnen konnten.
Alessa Schmelzer:Was unterscheidet die Jury 2010 von jenen der Jahre 2006 und 2008?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Die Jury in diesem Jahr umfasst gleichviel Männer und Frauen.
Alessa Schmelzer:Somit wäre der dringlichen Forderung der Mitglieder nach geschlechtlicher Parität nachgekommen. In den zurückliegenden SWS Jahren gab es nur einmal eine Frau (Andrea Kammann, 2006) als Jurymitglied. Welche Kriterien zeichnet die Jury 2010 ansonsten aus?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Die Jury bildet die unterschiedlichen Blickwinkel ab, die Leser, Buchhandel, Rezensenten und Literaturwissenschaft im Bezug auf Historische Romane haben können.
Alessa Schmelzer:Arbeiten die Jurymitglieder pro bono?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Die Jurymitglieder bekommen eine kleine Aufwandsentschädigung, dafür erwarten wir, dass sie bei der Preisverteilung anwesend sind. Und natürlich dürfen sie die eingesandten Bücher behalten - beim letzten Preis waren es immerhin fast achtzig!
Alessa Schmelzer:Der Goldene Lorbeer ist mit 2.000 Euro, der Silberne Lorbeer mit 1.000 Euro und der Bronzene Lorbeer noch einmal mit 500 Euro dotiert. Woher bezieht Quo Vadis das Preisgeld? Gibt es Sponsoren?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Nein, das Geld kommt aus den Mitgliedsbeiträgen unserer Autoren. Von daher sind wir völlig unabhängig.
Alessa Schmelzer:Aus welchem Grund organisiert Quo Vadis überhaupt einen solchen Literatur Wettbewerb?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber:Quo Vadis möchte mit dem Preis Historische Romane auszeichnen, die die Vielseitigkeit des Genres überzeugend nutzen. Der Preis soll – neben der Würdigung der Preisträger – die Aufmerksamkeit auf die Leistungen im Bereich dieses literarischen Genres lenken.
Alessa Schmelzer:Welche Chancen für den historischen Roman sieht Quo Vadis in der Verleihung des Preises?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Der Preis hebt aus der Vielzahl von Veröffentlichungen besondere Historische Romane heraus. Wir möchten damit zeigen, dass die deutschsprachigen Autoren faszinierende Werke schreiben und sich keinesfalls verstecken müssen!
Alessa Schmelzer:Ein besonderer historischer Roman: Was macht denn einen wirklich guten historischen Roman aus?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Ein wirklich guter HR benutzt die Historie nicht bloß als Kulisse, sondern entwickelt die Konflikte der Hauptfiguren aus den historischen Gegebenheiten. Die Kunst besteht dabei in der Kombination allgemeingültiger menschlicher Schicksale mit zeit- und kulturspezifischem „Lokalkolorit“. Schließlich wollen unsere Leserinnen und Leser auch etwas über vergangene Epochen, über historische Ereignisse, Personen und uns fremde Lebensweisen erfahren.
Alessa Schmelzer: Goethe hielt Scott „für den besten Erzähler seiner Zeit“. Fontane nannte ihn gar den „Shakespeare der Erzählung“. Wie beurteilt Ihr selbst Scotts Werk im Hinblick auf die Entwicklung des historischen Romans in unser Zeit?
Frank Stefan Becker und Carlo Feber: Scott hat vor gut 2 Jahrhunderten das gesamte Genre begründet, deshalb trägt der Preis seinen Namen. Heute gehen die Autoren aber vielfältigere Wege – sowohl was die Wahl der Erzählperspektive, der Schauplätze und Zeitalter als auch der Handlungen betrifft. Denken wir nur an den historischen Krimi, der vor der „Erfindung“ der kriminalistischen Ermittlung durch Poe (Mord in der Rue Morgue) nicht denkbar war.
Geboren 1965. Studium der Politologie in Berlin und Paris. Seit 2002 Dozent für Autobiographisches Schreiben an der Katrin-Rohnstock-Erzählakademie. Zahlreiche Workshops in Berlin und München. Zudem Online Workshops bei akademie.de.
Geboren 1952 in Marburg. Studium der Physik in Karlsruhe. 1981 Promotion im München und Beginn der beruflichen Laufbahn in der Industrie; jetzt in der Kommunikationsabteilung eines großen Konzerns für Hochschulfragen zuständig. Zahlreiche Veröffentlichungen (Fachartikel, Reportagen, Beiträge für Reiseführer), lebt in München.
Weitere Informationen zum SIR WALTER SCOTT-PREIS 2010
Zum dritten Mal lobt der Autorenkreis Historischer Roman Quo Vadis den Sir Walter Scott-Literaturpreis aus. Zur Teilnahme zugelassen sind historische Romane, die zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 31. Dezember 2009 in deutscher Sprache erschienen sind. Die ausgezeichneten Romane erwartet ein Preisgeld von insgesamt 3.500 Euro. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2010. Mit Bedacht wählte der Autorenkreis für seinen Literaturpreis den Namen jenes Schotten, der mitseinem Roman „Ivanhoe“ als Vorreiter des Genres gilt und zugleich hohe Maßstäbe gesetzt hat. Dieser Tradition fühlt sich Quo Vadis nicht nur verpflichtet. Mit dieser besonderen Auszeichnung für aktuell erschienene, inhaltlich und literarisch herausragende historische Romane möchte der Autorenkreis sie lebendig erhalten. // Interview erschienen am 26.03.2010 u.a. im Buchmarkt.//
Quo Vadis-Autor Alf Leue hat einen Mittelalterrechner konzipiert und auf einer eigenen Mittelalterrechner-Website online gestellt. Nach Angaben Leues handelt es sich um "ein nicht-kommerzielles Websiteprojekt, dass es ermöglicht, diverse im Deutschland des Mittelalters gebräuchliche Einheiten und Währungen untereinander und auch in Bezug auf heutige Werte umzurechnen." (s. Alf Leue, Webseite)
„Martin Schäfer war für mich die erste Wahl für die Vertonung von "Aristoteles", da er nicht nur über eine Stimme verfügt, die den Zuhörer in genau die Atmosphäre entführt, die ich mit meiner Geschichte zum Ausdruck bringen wollte, sondern weil er außerdem eine jahrelange Erfahrung in der Produktion solcher Audioprojekte vorweisen kann. Dass ich ihn persönlich sehr gut kenne war dabei kein Hinderungsgrund.“, so der Autor Alf Leue zu seiner Sprecherwahl.
Für den guten Zweck lesen im April 2010 bekannte Autorinnen und Autoren des Autorenkreises historischer Roman Quo Vadis in sechs deutschen Städten für das Kölner Stadtarchiv. Alle Einnahmen der Lesereihe kommen der Stiftung Stadtgedächtnis zugute.
Autorinnen und Autoren historischer Romane sind bei ihrer Recherche auf Quellenmaterial angewiesen. Wer über eine Urkunde aus dem Jahr 1154 schreibt, muss wissen, wie sie aussieht, aus welchem Material sie gemacht ist und aus welchem das Siegel. Wer hätte gedacht, dass die Nonnen im Kölner Weißfrauenkloster Lektüre in der Volkssprache und Werke der deutschen Mystik schätzten? Oder eben diese Nonnen einem Pächter des Jahres 1394 kaltschnäuzig pro Morgen Land einen Sumer Roggen und zwanzig Kölnische Mark abknöpften?
Eine Gesellschaft hat nur dann eine Identität, wenn sie sich erinnert... Doch was passiert, wenn 11.000 Tonnen Schutt die archivierte Erinnerung unter sich begraben? Als das Kölner Stadtarchiv am 3. März 2009 in sich zusammenstürzte, starben zwei junge Menschen auf tragische Weise. Unsere Rettung muss sich auf die beschädigten Archivalien konzentrieren. Im größten und bedeutendsten Archiv nördlich der Alpen lagerten wertvolle alte Handschriften, darunter Schriften von Albertus Magnus und alle Ratsprotokolle der Stadt Köln seit dem 14. Jahrhundert. Aber auch bedeutende Zeugnisse der jüngeren Vergangenheit wurden dort verwahrt, so zum Beispiel achthundert Nachlässe prominenter Kölner fanden sich im Archiv, darunter Manuskripte und unzählige Briefe des Schriftstellers Heinrich Böll. Bislang sind fünfundachtzig Prozent geborgen, fünf Prozent der Archivalien sind für immer verloren und zehn Prozent befinden sich noch immer im modrigen Schutt. Die bloße Erfassung des geborgenen Materials wird auf fünf Jahre geschätzt. Die Restaurierung der Archivalien dagegen auf dreißig bis vierzig Jahre. In den zukünftigen Jahrzehnten sollen dreißig Regalkilometer Geschichte restauriert werden. So denn das Geld für Fachkräfte vorhanden ist, denn die Restaurierung eines einzigen beschädigten Buches kann bis zu hundert Arbeitsstunden und mehr erfordern. Experten schätzen die Kosten für die Wiederherstellung zwischen 350 bis 400 Millionen Euro. Einen solchen Betrag kann die Stadt Köln nicht alleine stemmen. Dr. Bettina Schmidt-Czaia, Amtsleiterin des Historischen Archivs Köln sprach daher folgerichtig von einem nationalen Projekt. Dieses Projekt geht uns alle an.
Quo Vadis-Autorinnen und -Autoren machen sich für unser nationales Gedächtnis stark. In der von Quo Vadis bundesweit organisierten Sternlesung für das Kölner Stadtarchiv lesen dreißig Autorinnen und Autoren des Autorenkreises. Um so viel Spenden wie möglich aufzutreiben, verzichten die Autorinnen und Autoren auf ihre Honrorare.
Ohne das Engagement der beteiligten Buchhandlungen, der Veranstalter vor Ort und der vielen Helferinnen und Helfern wäre diese Aktion jedoch nicht denkbar!
unternimmt Quo Vadis-Autor Thomas R.P. Mielke im Oktober 2010. Auf Einladung der Goethe-Institute wird er in Beirut/Libanon, Damaskus/Syrien und Amman/Jordanien u.a. aus seinem historischen Roman Gilgamesch lesen.
Thomas R.P. Mielke
Historischer Roman Gilgamesch. Übersetzung ins Arabische durch Nabil Haffar (Übersetzungspreisträger Buchmesse Leipzig 2010) vom Goethe-Institut gefördert.
Mehr Informationen erhalten Sie www.trpm.de (Website des Autors).
Ich freue mich, Euch meinen neuen Roman "Die Maurin" vorstellen zu dürfen - und tue dies am einfachsten, mit einem Hinweis auf die histo-couch - und die Darstellung des Romans in der dortigen Rezension:
"Die Maurin"
Andalusien im 15. Jahrhundert. Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – und mittendrin steht die junge Zahra. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonsalvo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt …
Das meint Histo-Couch.de: „Zauberhafte und sinnliche Spannungslektüre mit grosser Aktualität“
von Rita Del'Agnese
15. Jahrhundert: Mitten im blutrünstigen Kampf zwischen Mauren und Christen in Andalusien verliebt sich die Maurin Zahra in den kastilischen Adligen Gonzalo. Eine Liebe, die nicht sein darf. Denn die aus wohlhabendem Hause stammende Zahra soll nach dem Wunsch ihres Vaters mit einem angesehenen, maurischen Geschäftsmann vermählt werden. Die mutige Zahra, die Aischa, der Hauptfrau des Emirs, dient, überschreitet immer mal wieder Grenzen, um ihren Weg zu gehen. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten der beiden Religionen, sie muss auch immer von neuem ihre Unerschrockenheit unter Beweis stellen.
Nicht bloß eine Liebesgeschichte
Leider verleitet der Klappentext zur Annahme, dass es sich hier um eine „gewöhnliche“ Liebesgeschichte handelt. Doch ist Die Maurin weit mehr als das: es ist ein Buch voller Zauber und Sinnlichkeit und ebenso ein Spiegel von Verzweiflung und Hass. Wenn auch nicht von den hervorragend eingeflochtenen geschichtlichen Geschehnissen her, so könnte Die Maurin doch ein Buch über aktuelles Geschehen sein. Denn nebst dem Verlauf der historisch belegten Ereignisse ist es vor allem die Unüberbrückbarkeit des Grabens zwischen den Religionen, die im Zentrum steht. Hier nimmt Autorin Lea Korte kein Blatt vor den Mund: Sie zeigt schonungslos den Fanatismus beider Seiten, also des Islams wie auch des Christentums auf und nimmt für keine der beiden Parteien Stellung. So stehen sich Mauren und Christen in ihrer Grausamkeit und Intoleranz ebenbürtig gegenüber. Einzig der Umgang der Mauren mit den Juden zeigt auf, dass von dieser Seite her durchaus Ansätze von Akzeptanz und Toleranz vorhanden wären.
Gut gewählte Charaktere
Mit ihren Protagonisten hat Lea Korte eine starke Basis gelegt. Die Charaktere sind stimmig und überzeugend, ihre Handlungsweisen passend und ihre Einbettung in die Geschichte könnte kaum besser gelingen. Einzig bei Zahra hat die Autorin etwas dick aufgetragen, die junge Heldin wächst in einem Maß über sich hinaus, das gefährlich nahe an Unglaubwürdigkeit stößt. Dank dem soliden Gefüge des Romans und der einfühlsamen Interpretation der Ereignisse im Andalusien des 15. Jahrhunderts fängt Lea Korte dies jedoch galant wieder auf. Grundsätzlich ist es auch das Verdienst der Autorin, dass die Leserschaft die junge Zahra durchaus ins Herz schließen und mit ihr leiden kann und sich nicht innerlich von der allzu strahlenden Heldin distanziert.
Spiel mit den Tempi
Ausgezeichnet gelöst hat Lea Korte die Verschmelzung von Spannung in Information. In einer eingängigen und schnörkellosen Sprache erzählt sie meisterlich, lässt Spannung aufkommen, hält den Spannungsbogen über weite Strecken gekonnt aufrecht, bevor sie sanft in einer ruhigere – nie aber langatmige – Szene überleitet. Das Spiel mit den Tempi verleiht dem Roman eine Kraft, der man sich nur schwerlich entziehen kann. Und so ist Die Maurin letztlich einer jener Romane, die man, sind sie fertig gelesen, noch eine Weile in der Hand behält, weil man sich von der Welt, in die man durch den Roman versetzt worden ist, noch nicht wirklich trennen mag.
Die Maurin ist ein eindrücklicher und nachhaltig wirkender Roman, der als Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber anders Gläubigen ebenso wirbt, wie dass er die Schwächen und Stärken der menschlichen Gesellschaft – unabhängig von ihrer Glaubensrichtung – aufzeigt.
Zum dritten Mal lobt der Autorenkreis Historischer Roman „Quo Vadis“ den Sir Walter Scott-Literaturpreis aus. Zur Teilnahme zugelassen sind historische Romane, die zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 31. Dezember 2009 in deutscher Sprache erschienen sind. Die ausgezeichneten Romane erwartet ein Preisgeld von insgesamt 3500,00 Euro. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2010.
Am 12. November 2010, anlässlich des jährlichen Mitgliedertreffens des Autorenkreises, dürfen sich drei Preisträgerinnen und Preisträger über die Auszeichnung Goldener, Silberner und Bronzener Lorbeer freuen. Bereits zum dritten Mal wird der Autorenkreis Historischer Roman „Quo Vadis“ den Sir Walter Scott-Literaturpreis im Rahmen des Jahrestreffens verleihen, das dieses Jahr in Karlsruhe/Durlach stattfinden wird. Zwischen dem 12. und 14. November 2010 werden sich die Autorinnen und Autoren historischer Romane zur Langen Lesenacht, Werkstattgesprächen und literarischem Austausch treffen.
„Vergangene Epochen werden lebendig und im Schicksal interessanter Charaktere nachvollziehbar, nichts fasziniert die Leserinnen und Leser im Historischen Roman mehr. Wir freuen uns auf überzeugende Beispiele.“
(Carlo Feber, Organisator Sir Walter Scott-Preis 2010)
Die vier unabhängigen, renommierten Jurorinnen und Juroren, die die drei besten historischen Romane der vergangenen zwei Jahre auswählen werden, sind 2010:
Christine Kerler, Journalistin und Autorin Rita Kohn Dell‘Agnese, Journalistin und Redakteurin der Histo-Couch Andreas Malessa, Hörfunk- und Fernsehjournalist, Buchautor und Theologe Professor Dr. Wolfgang Wiesmüller, Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck
Mit Bedacht wählte der Autorenkreis für seinen Literaturpreis den Namen jenes Schotten, der mit seinem Roman „Ivanhoe“ als Vorreiter des Genres gilt und zugleich hohe Maßstäbe gesetzt hat. Dieser Tradition fühlt sich „Quo Vadis“ nicht nur verpflichtet. Mit dieser besonderen Auszeichnung für aktuell erschienene, inhaltlich und literarisch herausragende historische Romane möchte der Autorenkreis sie lebendig erhalten.
"Unsere Quo-Vadis-Umfrage hat ergeben, dass die Leserinnen und Leser historischer Romane offen für neue Ideen sind, jedoch Spannung und einen soliden historischen Hintergrund erwarten. Wir freuen uns auf viele Romane, die sich diesem Anspruch stellen."
(Frank Stefan Becker, Organisator Sir Walter Scott-Preis 2010)
Bei der Bewertung stehen die Qualität der Recherche, historische Authentizität, eine faszinierende Figurenzeichnung und nicht zuletzt Spannung und sprachliche Gewandtheit der Autorinnen und Autoren auf dem Prüfstein. Damit die Jury das dafür notwendige Lesefutter erhält, ruft „Quo Vadis“ alle Verlage, Autorinnen und Autoren auf, ihre Werke für den Sir Walter Scott-Preis einzureichen!
Teilnahmebedingungen:
Zugelassen sind historische Romane in deutscher Sprache, deren Handlung vor 1918 spielt. Es muss sich um Ersterscheinungen in deutscher Sprache handeln, die in den Jahren 2008 und 2009 erschienen sind. Fantasy-Romane, Übersetzungen und BoD (Book-on-Demand-Veröffentlichungen) werden nicht berücksichtigt. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2010.