Autorenporträt: Heiger Ostertag

„Das historische Schreiben ist für mich zum einen das Erforschen der Vergangenheit und ihrer Multikausalität. Zum anderen das Eintauchen in eine eigene, ganz andere Welt, deren Parameter fest stehen, doch mir genügend Raum geben, diese Welt selbst zu gestalten und zu formen.“

Heiger Ostertag ist ein fleißiger Mann. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist beeindruckend, neben zahlreichen Fachbüchern zur deutschen Militärgeschichte und zum deutschen Kaiserreich widmet sich der Autor und promovierte Historiker auch Milieuromanen, Krimis und historischen Romanen. „Aktuell arbeite ich an einer historischen Romanreihe, die im 18. Jahrhundert spielt“ so Ostertag. „Der erste Band, ‚Die Affäre Mömpelgard‘ (Theiss-Verlag), ist kürzlich erschienen.“ Das Großprojekt, das sich an den Lebensdaten des Protagonisten Carl von Schack orientiert, umfasst die Jahre 1751 bis 1815 und ist auf insgesamt acht Romane angelegt. „Neben dem aktuellen Band, der 1776 spielt, liegen die nächsten Folgen ‚Das Halsband der Reichsgräfin von Hohenheim‘ (1780) und ‚Im Auftrag der Zarin‘ (1782/83) als Rohskripte vor. Derzeit arbeite ich an dem Band ‚Im Banne der Revolution‘ (1789/1790).“ Ferner arbeitet der Autor an einem historischen Kriminalfall im Berlin der 1913er Jahre im Umfeld der Garderegimenter.

So facettenreich wie seine Romane ist auch Ostertags Werdegang. Der Autor, Jahrgang 1953, wurde im schleswig-holsteinischen Itzehoe geboren. Nach dem Abitur war er als Pilot in der Luftwaffe vor allem in Süddeutschland, aber auch in Italien und in Griechenland im Einsatz. Anschließend studierte Ostertag in Freiburg Skandinavistik, Germanistik und Geschichte. Das erste und zweite Staatsexamen, Magister und Promotion schlossen das Studium ab. „In den folgenden Jahren war ich als Dozent für Geschichte an der Offizierschule in München/Fürstenfeldbrück sowie am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg tätig“, so Ostertag. Während dieser Zeit begann er Beiträge in historischen Fachbüchern sowie Publikationen zu veröffentlichen.

Heute lebt der 59-Jährige verheiratet in Stuttgart und ist vor allem als Autor und Historiker tätig. Seine Fachbücher erscheinen bei Ullstein, Herder und Rombach. Das belletristische Werk wird im Südwestbuchverlag und im Theiss-Verlag publiziert. „Das Schreiben historischer Romane fasziniert mich wegen der exakten Recherche und der psychologisch vertieften Personenprofile“, sagt der Autor über seine Arbeit. Mit dem Junker Carl von Schack etwa hat er einen faszinierenden Charakter geschaffen. „Obwohl erst 25 Jahre alt ist er der Kopf der herzoglich-württembergischen Geheimpolizei. Als ihn der Leser kennen lernt, sorgt er sich, weil der Hof von Versailles quasi bankrott ist. Auch Württemberg hat zu lange über seine Verhältnisse gelebt. Und so entspinnt sich rund um die Themen Finanzen, Politik und Verbrechen ein historischer Plot, die in der Epoche des Rokoko angesiedelt ist.“

Heiger Ostertag ist Mitglied der Schriftstellerverbände Quo Vadis und Syndikat und war 2011 in der Jury für den Friedrich-Glauser-Preis.

mehr: www.heigerostertag.de

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