Autorenportrait: Ruben Philipp Wickenhäuser

»Als Historiker fasziniert mich Geschichte, ganz besonders die Alltagsgeschichte der damaligen Menschen. Dem Genre als solchem stehe ich allerdings ambivalent gegenüber. Schopenhauers Kritik, die er in Paralipomena ›über Lesen und Bücher‹ im vorletzten Jahrhundert anbringt, erscheint da wie frisch niedergeschrieben.«

Großer & kleiner Laggerfalke (Autor Ruben Philipp Wickenhäuser)

»Ich bin ein Vollblutpublizist«, bekennt Ruben Philipp Wickenhäuser. Die Liste seiner Publikationen ist lang und vielfältig. Mit knapp dreiundzwanzig Jahren veröffentlichte Wickenhäuser sein erstes Jugendbuch »Weißer Bruder Timo«. Das war 1996. Seitdem sind etliche historische Romane für Jugendliche und Erwachsene sowie drei Gemeinschaftsromane hinzugekommen.

Einen Namen hat sich der Autor zudem durch seine historisch-pädagogischen Sachbücher gemacht. 2006 initiierte er die Gründung des ›Instituts für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie‹ (IgaK), für das er heute u.a. als Co-Autor von Fachpublikationen tätig ist. Fachartikel erschienen u.a. in den Zeitschriften ›Psychologie heute‹ und ›Deutsche Polizei‹. Gewaltprävention ist ein Hauptanliegen des Autors. Dies ist einer der Gründe, warum er einen Teil seiner Energie und Zeit seit 2007 in den Sport ›Jugger‹ steckt. Was ist ›Jugger‹? »Ein schneller, sehr ungewöhnlicher Sport, der auf einen Endzeit-Film zurückgeht und bei dem zwei Mannschaften um einen stilisierten Hundeschädel streiten. Aus Begeisterung sind dazu auch gleich erste Sachbücher über diesen Sport entstanden – im Internet vorgestellt unter www.jugger.uhusnest.de.« Es sei ein Sport, so der Autor weiter, der Individual- und Mannschaftssport in sich vereine. Darüber hinaus helfe er Gewaltpotential abzubauen. Folgerichtig gründete Wickenhäuser (selbst Mannschaftskapitän der Falco Jugger -- Laggerfalke) eine Jugger-AG an einer Neuköllner Schule.

Doch zurück zum Schriftsteller historischer Romane. Mit »Die Seele des Wolfes. Der zweifelhafte Ruhm des Peter Stubbe« (Gmeiner Verlag, 2010) greift Wickenhäuser den wahren Fall des als ›Werwolf‹ hingerichteten Bauern Peter Stubbe bei Bedburg im Rheinland auf. und verdichtet diesen zu einer außergewöhnlichen Geschichte. Wickenhäuser fordert seinen Leser auf eine eigene Position zu der Geschichte zu finden, ein lohnendes und gleichwohl spannendes Unterfangen. Auch sein jüngst erschienener Roman »Die Magie des Falken« überzeugt durch »eine Erzählkunst (…), die gleichermassen fesselt als auch informiert und bildet«, so Rita Dell’Agnese*. In seinem neuen Roman erzählt Wickenhäuser die Geschichte des Halbwaisen Kyrrispörr. Sein König, der zum Christentum übergetretene Wikinger Olaf Tryggvason, missioniert sein Land mit Feuer und Schwert und lockt seine einstigen Vertrauten  in eine tödliche Falle. Zu seinen Vertrauten gehören auch Kyrrispörr, der wie sein Vater Seher ist und somit Vertreter des alten Glaubens. Aber Kyrrispörr hat seinem König Treue geschworen und steht nun zwischen zwei Welten…

Gibt es Pläne für neue historische Romane? »Wir werden ab kommendem Jahr ein Ferienhaus in Schweden haben. Gewiss werde ich auf unserem Hof dort, inmitten eines historischen Erzgebiets, auch helfende Geister für weitere Romane finden.«

Aktuelle Veröffentlichung: Ruben Philipp Wickenhäuser, Die Magie des Falken, Historischer Roman, Gmeiner Verlag, 318 Seiten, ISBN 978-3-8392-1142-7, 12,90 €

Leseprobe aus »Die Magie des Falken«

Trailer zum historischen Roman: »Die Seele des Wolfes. Der zweifelhafte Ruhm des Peter Stubbe«

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.uhusnest.de.

Dr. Ruben Philipp Wickenhäuser, geboren 1973, lebt mit seiner Familie in Berlin. Er absolvierte ein interdisziplinäres Studium der Biologie, Geschichte und physischen Anthropologie an mehreren deutschen Universitäten und in England (Promotion an der FU Berlin). Gemeinsam mit Titus Müller ist er Initiator des Autorenkreises Quo Vadis (jetzt: Quo Vadis – Autorenkreis historischer Roman e.V.), dessen Sprecher er fünf Jahre war.

*Uhu -- auf seiner Website erklärt der Autor, warum der Nachtvogel sein Wappentier ist.

*Zitat entnommen aus: Rita dell‘Agnese, Rezension auf histo-couch.de

Geschrieben von Alessa Schmelzer

About AlessaS

Alessa Schmelzer, geboren 1971 in Köln, studierte Alte und Neuere Geschichte, Klassische Archäologie, Germanistik und Philosophie. Als freie Museumspädagogin erstellt sie museumspädagogische Konzeptionen, v.a. für die archäologischen Museen des LWL. Bisher sind von der Autorin ein historisches Jugendbuch, wissenschaftliche Artikel und historische Kurzgeschichten erschienen. Die Autorin lebt in Münster. Im Forum ist sie Moderatorin für die Bereiche 'Quo Vadis Informationen' und 'Schreiben'.
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