Autorenportrait: Caren Benedikt

Meine Figuren müssen echt sein. Keine Helden, aber sie müssen den Willen haben, ihre Probleme anzugehen. Hinfallen gern – aber auf keinen Fall liegenbleiben.“

Caren Benedikt, geboren 1971, absolvierte eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Eine gute Grundlage, doch nicht ihr Traumberuf. „Bis ich mit dem Schreiben begann, hatte ich immer das Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Heute weiß ich, was es war.“ Dabei war das Schreiben seit Kindheitstagen zunächst nur ein Hobby. „Meine Großmutter hat mich da ganz stark geprägt. Wenn sie mir früher Geschichten vorgelesen hat, mochte ich oft das Ende nicht.
Also erfand ich kurzerhand ein anderes, das ich spannender fand.“ Wie viel ihr das Schreiben bedeutete, erkannte sie, als sie mit der Arbeit als freie Journalistin für eine Tageszeitung begann, bei der sie noch heute tätig ist. „Wahrscheinlich, weil ich so neugierig bin; auf Menschen und ihre Geschichten. Schon als Kind, und das hat sich im Grunde nie geändert.“
Caren Benedikt wollte schon früh verstehen, wie etwas funktioniert. Es galt, die Hintergründe physikalischer Vorgänge zu erforschen oder auch die Auswirkungen historischer Ereignisse. „Hierbei fesselte es mich dann immer am meisten, wie die Menschen damals mit dieser oder jenen Situation umgegangen sind, welche Auswirkungen es auf sie persönlich hatte, was sie dachten und fühlten, was ihre Ängste oder eben auch Hoffnungen waren.“
Auch in ihrem Debüt „Die Feinde der Tuchhändlerin“, das als Clubpremiere bei Bertelsmann veröffentlicht wurde und im März 2012 als Taschenbuch im Piper Verlag erscheint, geht es um eine einschneidende historische Situation, die das Leben der Protagonistin Constanze auf ihrer Suche nach der verschwundenen Schwester beeinflusst: Die Entwicklung der Stadt Worms zur Reichsstadt und die verheerenden Streitigkeiten von Bischof und Stadtrat, denen die Bürger mit Mut und Tatkraft trotzen, um ihrer Stadt zu neuer Blüte zu verhelfen.

Aber nicht nur das Schreiben, auch das Lesen ist Caren Benedikt wichtig. Aus diesem Grund leitet sie im Forum des Autorenkreises Quo Vadis die Leserunden. „Lesen gehört für mich zum Alltag wie Zähneputzen oder Essen“, erzählt sie. „Ich frage mich nicht täglich: ‚Atme ich heute?’ Also frage ich mich auch nicht: ‚Lese ich heute?’“

Caren Benedikt lebt mit ihrem Mann und den drei Kindern in der Nähe von Bremen.

Aktuelle Veröffentlichung: „Die Feinde der Tuchhändlerin“, Piper Verlag, ISBN 978-3492272988

Geschrieben von Heike Koschyk

About HeikeK

Heike Koschyk wurde 1967 in New York geboren. Sie schreibt Krimis, Biografien und historische Romane. Bevor sie sich ganz ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin widmete, leitete sie erfolgreich eine Textilagentur und arbeitete als Heilpraktikerin in ihrer eigenen Praxis. 2008 wurde Heike Koschyk mit dem Agatha-Christie-Krimipreis ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Heike Koschyk ist die Marketingleiterin bei Quo Vadis.
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